Die Grundanforderungen waren : 3 Tonarme - 2x12", 1x10" oder 1x9", 1x10", 1x12", Leicht zu bauen.

Die Zarge wird nach der Grundidee von Rolf Bayer (be.audiophil) gebaut, der mir mit Rat zur Seite stand und der große Erfahrung im Zargebau für Garrard 401 Plattenspieler hat
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Garrard 401 Neuaufbau
Garrard 401 Neuaufbau
1. Erster Zargenentwurf

1. Erster Zargenentwurf

2. Schablone

2. Schablone

3. Untersicht

3. Untersicht

4. Testlauf

4. Testlauf

5. Fertiger Rohbau

5. Fertiger Rohbau

6. Kirschfurnier

6. Kirschfurnier

7. Kleben

7. Kleben

8. Seiten furnieren

8. Seiten furnieren

9. Seite fertig

9. Seite fertig

10. Ecken

10. Ecken

11. Fertig furniert

11. Fertig furniert

12. Aufbau

12. Aufbau

13. Fast geschafft

13. Fast geschafft

14. Fast geschafft

14. Fast geschafft

Die Zarge wird wie oben bereits erwähnt nach einer Idee von Rolf Bayer gebaut und besteht aus drei verleimten Lagen 12mm Birken-Multiplex, in der mittleren Lage werden Aussparungen vorgesehen um die Zarge mit Zusatzgewichten auszutarieren.
In die vier Ecken kommen je zwei Squashbälle, die dann wiederum auf einer aus mehreren Lagen Multiplex bestehenden Grundplatte stehen in der noch eine Aussparung für den Motor vorgesehen ist.

Die Vorlage für die Aussparungen wird als 1:1 Plot auf die Multiplex-Platten gelegt und durchgezeichnet. Die weiteren Bilder zeigen die Basen für die Tonarme wie sie später platziert werden. Sie werden die erst einmal auch aus Multiplex geschnitten, evtl. lasse ich später noch welche in Edelholz anfertigen, für einen Probeaufbau soll das aber erst einmal so reichen.

Die drei Multiplex- Bretter wurden nach den Schabolonen ausgeschnitten, dann wurde die untere Platte mit der mittleren verklebt und die oberste Platte ganz nach unten gepackt. Der Plattenspieler probehalber montiert und an Stelle der Arme entspr. Gewichte aufgelegt.
Die nun oben liegenden Aussparungen für die Austarrierung wurden nun mit Blei und Sand gefüllt, alles zusammen wurde auf Rollen gelagert und zweiseitig genau auf Achssenmitte austarriert, dazu musste die rechte Aussparunmg fast komplett mit Blei gefüllt werden um ein entspr. Gegengewicht zu dem schweren Motor zu schaffen, die anderen Aussparungen wurden mit Sand und wenigen Bleigewichten befüllt. Anschließend wurde die Deckplatte auch noch verleimt und die Basen montiert.

Der erste Problelauf konnte starten : die zwei Tonarme waren schnell montiert, der Plattenspieler erst einmal probehalber auf Marmorblocke und weiche Gummifüße gestellt.
Unglaublich was dieser Plattenspieler schon jetzt leistet.

Der Unterbau besteht aus 6 Platten 19mm MDF ind die noch eine Vertiefung für den Motor gesägt ist.

Das Oberteil und der Unterbau sind an allen vier Ecken mit zwei Squashbällen aufeinandergestellt.

Auf der Suche nach dem passenden Furnier bin ich bei der Firma Lehmann auf eine Besonderheit gestossen - 64cm breites und 3m langes Kirschfunier - d.h. der Stamm musste mindesten einen Durchmesser 65cm gehabt haben - stolzer Duchmesser für eine Kirsche. Das lag als kleiner Bonbon ganz hinten versteckt im Furnierlager. Kirschfurnier ist in dieser Breite recht selten. Das hieß für mich, daß ich die Zargenoberteile mit einem Stück furnieren konnte und nicht stückeln musste.

Die Oberteile wurden in einer Presse über Nacht aufgepresst, die Seitenteile mussten mit großen Schraubzwingen furniert werden.
Eine Anleitung zum Furnieren habe ich im Netz gefunden, die Ecken werden umgebügelt und dann mit der Feile im 45° Winkel langsam durchgefeilt. Das Ergebnis sieht schon recht vielversprechend aus. Heute Nacht trocknen die letzten Seitenteile.

Die letzten Schritte waren bei über 30° und Windstille eine Tortur . Die Kanten wurden mit 120er Schleifpapier geglättet, anschließend mit 240er die kompletten Zargen eben geschliffen. Die Endbehandlung erfolgte mit farblosem Teak-Öl in drei Schritten: zwei mal dick mit dem Pinsel aufgetragen und einmal mit ölbefeuchtetem Lappen abgerieben.

Jetzt muß ich mir nur noch beim Tischler die passenden Tonarmbrettchen in Kirsche zuschneiden lassen.
Die Zarge
Links
Das Laufwerk
1. Testbetrieb

1. Testbetrieb

2. Untersicht

2. Untersicht

3. Seriennummer

3. Seriennummer

4. Kokomo Lagerkit

4. Kokomo Lagerkit

5. Kokomo eingebaut

5. Kokomo eingebaut

1. Kurztest : läuft gut, aber doch recht dolle Gleichlaufschwankungen.

Also habe ich mich hingesetzt und den Motor auseinandergebaut - alles gereinigt, die Achse geläppt, poliert, neu geölt und wieder zusammen gebaut, selbiges mit den Reibradlagern. Das Tellerlager wurde nachpoliert und die Tellerachse ebenso wie die Motorachse geläppt, spiegelglanzpoliert und neu geölt.
Das Ergebnis ist schon beachtlich - auch ohne elektronische Regelung wird die Drehzahl sehr gut gehalten und schwankt nur minimal. Fast so gut wie beim Thorens 125 mit elektronischer Motorsteuerung. Das Reibrad ist also auch noch in einem sehr guten Zustand. Der Antrieb und Motor ist sehr, sehr leise - ich bin wirklich positiv überrascht, ich dachte Reibräder machen mehr Lärm.

Das Kokomo Lagerupdate von AnalogTubeAudio ist nun auch eingebaut, es besteht aus einer Bronzeplatte mit einer Spezial-Lagerkugel, der Gleichlauf ist unglaublich, einen Klangvergleich habe ich nicht gemacht, da von vorne herein klar war, daß die originale schon recht platte Lagerbronzescheibe mit ihrem schlechten Gleichlauf keinen guten Klang erwarten ließ. Auf Bild 4. ist das Kit Kokomo-Kit links mit dem dazu gelieferten Öl und das alte Originallager mit der Bronzescheibe rechts zu sehen, oben die spiegelpolierte Lagerachse.

Warum ich den Dreher recht günstig bekommen habe sieht man an den Photos - die originale Blende mit dem Garrard Schriftzug fehlt, bzw. ist dieser Plattenspieler evtl. sogar original ohne Schriftzug ausgeliefert worden, da die vorhanden Blende nicht selbstgebastelt aussieht. Optisch ist das zwar nicht so schön, aber dafür habe ich etwa 40-50 Pfund gespart.

Es ist ein spätes Modell, die Stroboskop-Lampe ist etwas einfacher ausgeführt als bei den alten - weitere Unterschiede zu den älteren 401ern sind z.B. die etwas andere Lackierung, technisch sind sie ansonsten gleich.